Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

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Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Ak-LT31 » Sonntag 25. November 2018, 20:02

Hallo alle Zusammen,
ich bin auf dem Weg von Bremen in den Süden in Leipzig gestrandet. Genaue Ursache weiß ich noch nicht, aaaaaaber erstmal ging "Kalle" an und dann nach ein paar hundert Metern ist er wieder ausgegangen. ADAC gerufen, der hat mir Starthilfe gegeben, Kalle ging an. Dann hatt der gelbe Engel es ein bisschen übertrieben finde ich und naja jetzt ist mein Zahnriemen gerissen und die Nockenwelle gebrochen.
Gelber Engel hat scih aus dem Staub gemacht und ich schraube soweit ich kann mit nem Bekannten.

Brauche unbedingt eine Nockenwelle für den Motor den ich oben im Betreff stehen hab.

Hilfe Hilfe!
Ich wohne seit über einem Jahr in Kalle. Vermisse die Mobilität, vermisse meine Wohnung :(

-knutscher-
DANKE!
Ak-LT31
 
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Barney-Nord » Sonntag 25. November 2018, 22:37

Moin

Ich habe zwar keine Nockenwelle für dich, aber ich hätte mal zwei Fragen an dich, um das hier besser zu verstehen.

1. Weißt du wie alt der gerissene Zahnriemen war ?

2. Und warum musstest du den ADAC rufen, als der Motor aus ging ? War die Batterie leer ? Sprang er einfach mit drehendem Anlasser nicht an ? Ein paar mehr Infos wären interessant.

Und vor allem, was meinst du mit "Der ADAC Mann hat es etwas übertrieben" ?

Gruß Barney
Barney-Nord
 
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon tiemo » Sonntag 25. November 2018, 23:26

Hallo Unbekannter!

Ak-LT31 hat geschrieben:erstmal ging "Kalle" an und dann nach ein paar hundert Metern ist er wieder ausgegangen. ADAC gerufen, der hat mir Starthilfe gegeben, Kalle ging an. Dann hatt der gelbe Engel es ein bisschen übertrieben finde ich und naja jetzt ist mein Zahnriemen gerissen und die Nockenwelle gebrochen.


Da interessiert jetzt auch mich mal, wie Kalle beim ersten Mal angegangen ist: Nach viel "Orgeln" oder sofort nach dem Vorglühen? Dass der Motor dann nach einigen hundert Metern wieder ausgeht, ist selten, aber kann passieren, wenn die Einspritzpumpe im Ansaugteil undicht ist und Luft mit einsaugt, und diese Luft sich dann im "kleinen Kreislauf" über den Dieselfilter mit Vorwärmer sammelt, bis der Motor nur noch Luft bekommt und abstirbt.
Falls "Kalle" mehr oder weniger gleich ansprang, kann es auch sein, dass der Dieselfilter verstopft ist oder versulzt (beides insbesondere nach längerer Standzeit im Bereich Wochen) und daher bald kein Diesel mehr nachgesaugt werden konnte.
Daher die Frage nach dem Startverhalten.

Was hat der ADAC getan, dass "Kalle" wieder ansprang? Lief der Motor nur mit Hilfe von Starthilfespray und ging danach sofort wieder aus, weil kein Diesel nachkam? Beim Start mit Starthilfespray arbeitet der Drehzahlregler in der Einspritzpumpe nicht und man kann den Motor daher leicht überdrehen, indem man zu viel reinsprüht. Außerdem zündet er völlig unkontrolliert, was man auch deutlich am harten Laufgeräusch hören kann und was auch ganz schnell mal die Motorlager beschädigen kann. Daher am Diesel KEIN Starthilfespray verwenden.

Bei dir hat es anscheinend dann den Zahnriemen zerlegt, da ist natürlich die Frage nach dem Wartungszustand (mehr als 7 Jahre / 70.000km alt?).

Aber das alles natürlich nur zum Verständnis, was da passiert sein könnte. Bei der Nockenwelle hilft das natürlich nicht weiter. Bevor du jetzt Geld in den Motor steckst, prüfe erst mal genau, "was noch übrig" ist. Es können die Nockenwelle, die Ventile, der Zylinderkopf an den Lagerböcken neben den Bruchstellen, die Kolben und die Pleuel beschädigt sein. Dann geht der Motor mit einer neuen Nockenwelle nach sehr kurzer Strecke gleich wieder hoch, und das wäre schade um die "neue" Nockenwelle.
Außerdem ist natürlich auch noch der ursprüngliche Schaden, weswegen "Kalle" ausging, vorhanden, und muss ebenfalls noch beseitigt werden.

Ak-LT31 hat geschrieben:Gelber Engel hat scih aus dem Staub gemacht und ich schraube soweit ich kann mit nem Bekannten.


Wie "aus dem Staub gemacht"?

Ak-LT31 hat geschrieben:Brauche unbedingt eine Nockenwelle für den Motor den ich oben im Betreff stehen hab.


Wie schon geschrieben, vielleicht brauchst du auch noch wesentlich mehr.
Ich hätte noch eine gebrauchte Nockenwelle für den Vorgängermotor MKB "DV" für Hydros da, die sollte auch passen. Aber nicht blind einbauen, sondern vorher gewissenhaft prüfen, ob die Lagerböcke noch in Ordnung sind, ob der Kolbenüberstand noch gleichmäßig ist, ob die Kolben zu starke Einschläge haben, sodass die Kolbenringe nicht mehr frei gängig sind oder der Feuersteg am Zylinder frisst.
Wenn die Lagerböcke deformiert sind bzw. die Deckel der umliegenden Nockenwellenlager, dann ist der Kopf Schrott und du solltest einen neuen Komplettkopf verbauen. Wenn der Kolbenüberstand nicht stimmt oder die Kolben zu sehr deformiert sind, muss der Kurbeltrieb revidiert werden. Falls auch die Kolbenlaufbahnen schon ziemlich verschlissen sein sollten, rechnet sich das alles nicht und du solltest den Rumpfmotor komplett austauschen. Vermutlich wird auch die Einspritzpumpe nicht in Ordnung sein und überholt werden müssen.

Gruß,
Tiemo
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Ak-LT31 » Montag 26. November 2018, 01:03

Hey!
Schonmal vielen Dank für eure Antworten!!

Aaaalso
Die Vorbesitze haben mir versichert, dass Sie den Zahnriemen 2017 erneuert haben. Ich hab ihn mit 256 T Kilometern gekauft und bin jetzt so bei 268 T ungefähr, habe ich nicht ganz genau im Kopf. Allerdings habe ich noch kein Dokument gefunden, was bestätigt, dass der Zahnriemen gewechselt wurde.

Ich habe mir vom ADAC Starthilfe geben lassen. Beziehungsweise war das ein ziemliches Hin und Her vom ADAC wenigstens einen gelben Engel zu bekommen, weil ich erst direkt nach der Panne Mitglied geworden bin. Lange Geschichte. Ist ja auch Wurscht.
Der Mitarbeiter hat aufjedenfall sofort seine Starthilfekabel rausgeholt. Doppelt sogar, das hab ich noch nie gesehen, also er hat 2 Starthilfekabel angechlossen.

DAVOR: Ich habe nur ein paar Tage gestanden, so 3 oder 4, dann bin ich mit Kalle auch rumgefahren. Er stand danach wieder einen Tag und Abends bin ich wieder gefahren, da ist er beim 3. oder 4. Mal erst angesprungen und sehr schwerfällig angefahren. Ich habe es auf die Kälte geschoben und bin ganz Sachte gefahren, nach 1- Kilometer war alles wie immer und ich bin sgar noch eine extra Runde gefahren um mich zu vergewissern und dem Motor ein bisschen zu lauschen. Klang für mich alles wieder rund.
Dan stand ich wieder eine Nacht und wollte dann morgens los in den Süden. Will starten und er geht wieder erst so beim 4. oder 5. Mal an - dieses Mal klang er schwächer als am Vortag. Er ging aber an und ich fuhr so ein paar hundert Meter, musste noch wenden - er hat geruckelt, alles klang und fühlte sich ganz und gar nicht rund an. Kurz darauf ist er dann einfach bei der Fahrt ausgegangen.
Puff!
Ich habe es dann noch ein paar Mal versucht und die Zündung wurde immer schwächer. Bis nur noch ein klackern aus dem Anlasser, glaube ich kam, bin mir nicht sicher was das war. Ein regelmäßiges "klack" "klack" "klack". Igrnedwann haben auch die Stromleitungen unter dem Lenker Geräusche gemacht.
Ich rufe also den ADAC bekomme Starthilfe und Kalle springt an. Er klingt aber sehr viel blechernder, geht an für so eine halbe Minute und dann wieder aus.
Der Mitarbeiter sagt dass Kalle vielleicht einfah Wärme braucht und dreht nach dieser Aussage allerdings nochmal richtig auf.
Er zieht den kalten Motor in den roten Bereich bis zu 4000 hoch - ohne vorglühen lassen und das mehrmals.
Mein Hinweis, dass das wahrscheinlich nicht sinnvoll ist kam zu spät und wir hörten nur einen lauten Knall.
Der Mitarbeiter sagte:"Tja, ist halt auch n altes Auto. Da war dann wohl der Zahnriemen"
Er stieg aus, druckte mir ne Quittung aus, dass er da war und der Abschlepper bestellt ist und fuhr davon.

Jetzt bin ich in der Werkstatt wo ich mitschrauben kann, damit es nicht so mega teuer ist.

Ich habe alles soweit ausgebaut, dass ich sehen kann dass von der Nockenwelle ein Stück abgebrochen ist. Als ich den Schutzdeckel abmachte lag außerdem eines dieser Plättchen nicht fest verankert.
Morgen bauen wir weiter aus und wollen auf den Kolben schauen.
Wenn der noch heile ist dann kommt alles was der Motorbauer heile machen soll zum Motorbauer.

Soweit.
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon schaettman » Montag 26. November 2018, 02:49

Moin, hast du das mit den ZR-Tausch vom Vorbesitzer irgendwo schriftlich ? Im Kaufvertrag ? Nein? Dann haste schlechte Karten und zahlst alles selber... Neuen (gebrauchten) Kopf, muss nicht unbedingt vom Turbo sein ,sonst musst du Ventile tauschen , die sind unterschiedlich! Weiter wie Tiemo schon schrieb ,ZK runter und messen und schauen... ZR, Wapu und Umlenkrolle kann man mit der Sägemethode auch ohne Demontage des Schwingunsdämpfers erneuern :oops: spart auch noch etwas... Good Luck :doppel_top:
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon tiemo » Montag 26. November 2018, 03:28

Hallo, immer noch Unbekannter!

Ak-LT31 hat geschrieben:Die Vorbesitze haben mir versichert, dass Sie den Zahnriemen 2017 erneuert haben. Ich hab ihn mit 256 T Kilometern gekauft und bin jetzt so bei 268 T ungefähr, habe ich nicht ganz genau im Kopf. Allerdings habe ich noch kein Dokument gefunden, was bestätigt, dass der Zahnriemen gewechselt wurde.


Da kannst du dann leider wenig drauf geben. Wir hatten das auch schon hier im Forum, dass gesagt wurde, Zahnriemen ist neu, und gemeint war damit nur der kleine, hintere Zahnriemen, bei dessen Versagen kein weiterer Schaden eintritt...
Das ist jetzt leider blöd...

Ak-LT31 hat geschrieben:DAVOR: Ich habe nur ein paar Tage gestanden, so 3 oder 4, dann bin ich mit Kalle auch rumgefahren. Er stand danach wieder einen Tag und Abends bin ich wieder gefahren, da ist er beim 3. oder 4. Mal erst angesprungen und sehr schwerfällig angefahren. Ich habe es auf die Kälte geschoben und bin ganz Sachte gefahren, nach 1- Kilometer war alles wie immer und ich bin sgar noch eine extra Runde gefahren um mich zu vergewissern und dem Motor ein bisschen zu lauschen. Klang für mich alles wieder rund.
Dan stand ich wieder eine Nacht und wollte dann morgens los in den Süden. Will starten und er geht wieder erst so beim 4. oder 5. Mal an - dieses Mal klang er schwächer als am Vortag. Er ging aber an und ich fuhr so ein paar hundert Meter, musste noch wenden - er hat geruckelt, alles klang und fühlte sich ganz und gar nicht rund an. Kurz darauf ist er dann einfach bei der Fahrt ausgegangen.
Puff!
Ich habe es dann noch ein paar Mal versucht und die Zündung wurde immer schwächer. Bis nur noch ein klackern aus dem Anlasser, glaube ich kam, bin mir nicht sicher was das war. Ein regelmäßiges "klack" "klack" "klack". Igrnedwann haben auch die Stromleitungen unter dem Lenker Geräusche gemacht.
Ich rufe also den ADAC bekomme Starthilfe und Kalle springt an. Er klingt aber sehr viel blechernder, geht an für so eine halbe Minute und dann wieder aus.
Der Mitarbeiter sagt dass Kalle vielleicht einfah Wärme braucht und dreht nach dieser Aussage allerdings nochmal richtig auf.
Er zieht den kalten Motor in den roten Bereich bis zu 4000 hoch - ohne vorglühen lassen und das mehrmals.
Mein Hinweis, dass das wahrscheinlich nicht sinnvoll ist kam zu spät und wir hörten nur einen lauten Knall.
Der Mitarbeiter sagte:"Tja, ist halt auch n altes Auto. Da war dann wohl der Zahnriemen"
Er stieg aus, druckte mir ne Quittung aus, dass er da war und der Abschlepper bestellt ist und fuhr davon.


Das ist ein merkwürdiges Verhalten. Vor allem das blecherne Klingen. Es könnte sein, dass sich die Einstellung des Zahnriemens verändert hat, weil irgendwas nicht richtig festgeschraubt wurde beim Wechsel, und sich dabei der Förderbeginn verschoben hat. Oder es war doch Luft bzw. ein Kraftstoffproblem im Spiel. Das hätte man am durchsichtigen Schlauch vor der ESP eigentlich erkennen können, dazu muss man den Motor nicht zerstören.
Dass nach langen Anlassversuchen der Akku dann mal leer ist, kann als normal angesehen werden. Tipp: Lade ihn in der Werkstatt gleich auf, leer rumstehen lassen ist schon nach wenigen Tagen das Ende des Akkus, gerade bei niedrigen Temperaturen und Frostgefahr!
Wenn du jetzt den Motor auseinander nimmst, schau dir den gerissenen Riemen mal genau an. Wenn der 2017 montiert wurde, also quasi neu ist, dann sollten die Aufdrucke auf dem Riemen noch lesbar sein. Bei vielen Riemen ist das Produktionsdatum aufgedruckt und du kannst grob auf das Riemenalter rückschließen.
Der ADAC-Mann ist auch gut, Strategie "Vogel friss oder stirb!". Finde ich nicht korrekt. Auch, wenn er kein Starthilfespray verwendet hat, natürlich jagt man keine kalte Maschine direkt nach dem Anlassen auf 4000 1/min...
Dass du das ablesen konntest, deutet darauf hin, dass du einen LT mit guter Ausstattung, auch Drehzahlmesser, hast. Wahrscheinlich rettenswert.

Ak-LT31 hat geschrieben:Jetzt bin ich in der Werkstatt wo ich mitschrauben kann, damit es nicht so mega teuer ist.

Ich habe alles soweit ausgebaut, dass ich sehen kann dass von der Nockenwelle ein Stück abgebrochen ist. Als ich den Schutzdeckel abmachte lag außerdem eines dieser Plättchen nicht fest verankert.
Morgen bauen wir weiter aus und wollen auf den Kolben schauen.
Wenn der noch heile ist dann kommt alles was der Motorbauer heile machen soll zum Motorbauer.


Schau dir die Kolben genau an. Wo die Ventile sind, werden sie Einschlagmarken haben. Diese dürfen den Spalt zwischen dem Kolben und der Zylinderbahn nicht "zuquetschen", sonst bekommst du später nen Kolbenfresser. Risse dürfen auch nicht im Kolbenboden sein, und ganz wichtig, alle Kolben müssen in ihrem OT gleich weit überstehen. Tun sie das nicht, dann ist das ein Hinweis auf gestauchte oder geknickte Pleuel. Die reißen dann später gerne vom Kolben ab und durchbrechen dann den Motorblock oder die Ölwanne. Nett ist es, wenn in der Zylinderbahn die Honspuren erkennbar sind. Wenn der Kurbeltrieb nicht zerlegt wird, kann man ihn auch ohne Spuren weiter verwenden, falls jedoch neue Kolben oder auch nur Kolbenringe verwendet werden sollen, unbedingt die Zylinder honen lassen, sonst halten die neuen Kolbenringe nicht.

Am Zylinderkopf kann der Motorbauer eigentlich nicht viel machen. Wenn er Risse an den Wirbelkammereinsätzen hat, verschrotten! Wenn er nur zwischen den Ventilen Risse hat, die schmaler als ca. 0.5mm sind, geht er noch. Ein neuer, komplett montiert, kostet im Internet etwa 1000EUR mit Zylinderkopfdichtung. Den kann man einfach draufsetzen und gut ist.
Ein leerer kostet ca. 650EUR, da brauchst du aber noch eine Nockenwelle für, die restlichen Teile kann man vielleicht vom alten Kopf übernehmen.
Apropos, du schreibst was von Plättchen!? Das klingt für mich nach einem Zylinderkopf mit mechanischen Ventilstößeln, keine Hydrostößel. 1992 war das beim LT eigentlich nicht mehr so. Evt. ist da schon mal ein Ersatzmotor oder Zylinderkopf verbaut worden, der für einen älteren Motortyp vorgesehen war. Das ist wichtig, wenn du den Kopf weiter verwendest, weil man eine entsprechende Nockenwelle dafür benötigt, diese sind nicht austauschbar zwischen Hydro- und Nicht-Hydro-Köpfen.
Schau doch mal am Motorblock unterhalb der Vakuumpumpe, da ist eine eben gefräste Fläche am Motor, in die der Motorkennbuchstabe eingeschlagen ist. Dem Baujahr nach solltest du einen "1G" haben, allerdings hatte der frühere "DV" Einstellplättchen. Natürlich kann dennoch mal ein "alter" Kopf auf einen "neuen" Motor gebaut worden sein, das funktioniert auch.
Falls der alte Kopf weiter verwendet werden soll, müssen auch die Lagerschalen der Nockenwelle einwandfrei sein. Beim Brechen der Nockenwelle werden die oft abgerissen oder verbogen. Da sie gemeinsam mit dem Kopf gebohrt werden, kann man da nicht einfach andere nehmen, sondern der Kopf ist damit eigentlich auch Schrott.

Dann wünsch ich dir mal, dass du keine zu schlimmen Schäden entdecken musst...

Gruß,
Tiemo
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Ak-LT31 » Montag 26. November 2018, 13:11

Hey Moin,
danke für die Mühe. Ich fahr jetzt in die Werkstatt und werde nachher mal berichten.
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon 123bmma » Donnerstag 29. November 2018, 19:16

Hallo! Habe eine Nockenwelle, müßte vom DV-Motor sein und war noch nie eingebaut. Stammt von einer Werkstattauflösung aus dem Lager.
Geb ich ab für 99.- (mit Versand) Gruß Bernd
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Ak-LT31 » Mittwoch 5. Dezember 2018, 16:59

Hey, danke für das Angebot, aber ich musste einen komplett euen Zylinderkopf bauen.

Der Grund für Kalles "Nicht-Anspringen" war übrigens die Kurbelwelle, die komplett durchgebrochen war, also diese Kerbe für die Verankerung. Das wird dann auch der Grund gewesen sein weswegen der Zahnriemen gerissen ist.

Viele Grüße und vielen Dank!
Ak-LT31
 
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon tiemo » Mittwoch 5. Dezember 2018, 17:33

Hallo Ak!

Ak-LT31 hat geschrieben:Hey, danke für das Angebot, aber ich musste einen komplett euen Zylinderkopf bauen.

Der Grund für Kalles "Nicht-Anspringen" war übrigens die Kurbelwelle, die komplett durchgebrochen war, also diese Kerbe für die Verankerung. Das wird dann auch der Grund gewesen sein weswegen der Zahnriemen gerissen ist.


Oh je, da hast du was durch!
Die Passfedernut in der Kurbelwelle wird dann beschädigt, wenn die Zentralschraube für die Befestigung des Schwingungsdämpfers nicht mit den erforderlichen 460Nm angezogen wurde beim Zahnriemenwechsel, nur mal so als Hinweis auf Pfusch.
Sie dient nämlich nur als Positionierungshilfe und kann das zum Antrieb des Zahnriemens nötige Moment nicht übertragen, dieses wird alleine durch den Reibschluss der Verschraubung übertragen.
Wenn das Anzugsmoment nicht stimmt, dann rappelt sich der Schwingungsdämpfer immer mehr los, indem Nut und die angegossene Passfeder in der Riemenscheibe verschleißen. Dadurch verstellen sich auch die Steuerzeiten der Ventile und der Förderbeginn, bis die Ventile mit den Kolben kollidieren. Der verstellte Förderbeginn verhindert das Anspringen und verschlechtert den Motorlauf, die Kollision der Ventile gibt dem Motor dann den Rest, wenn man ihn doch anbekommt.

Aber nun läuft der Motor wieder?

Gruß,
Tiemo
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon Ak-LT31 » Donnerstag 6. Dezember 2018, 16:32

Nunja, der Zylinderkpf ist bestellt und auch schon da, aber noch nicht abgeholt - musste erstmal das Geld organisieren. :-x
Der wird morgen früh abgeholt und eingebaut dann wahrscheinlich erst nächste Woche. Morgen wird dann noch das restliche Zeug bestellt, was ich noch brauche.
Und ich muss noch viel sauber machen.
Fühlt sich trotz der mega Kosten sehr gut an zu wissen was jetzt der Grund war. Den haben wir ja echt lange gesucht.

Gibt es irgendwas worauf man beim LT31 besonders achten muss beim wieder zusammenbauen?

Viele Grüße,
Annika & Kalle
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Re: Hilfe, brauche Nockenwelle für LT31 03/92 2,4 TD 68 Kw

Beitragvon tiemo » Donnerstag 6. Dezember 2018, 18:24

Hallo AK,

Wenn die Kurbelwelle am Zapfen für den Schwingungsdämpfer beschädigt ist, muss sie repariert (Nachfräsen der Stirnfläche) oder ausgetauscht werden. Letzteres bedeutet natürlich eine Totalzerlegung des Motors.
Natürlich müssen beim Zusammenbau alle Hinweise aus dem Reparaturleitfaden Motor und dem für die Einspritzung befolgt und vor allem die Drehmomente eingehalten werden. Wenn die beschädigte Kurbelwelle weiter verwendet wird, ist insbesondere darauf zu achten, dass der Schwingungsdämpfer zentrisch läuft und nicht eiert. Sonst wird das Gleiche recht bald wieder passieren.
Diese Unterlagen kann man sich bei VW gegen Bezahlung herunterladen oder als Bücher kaufen oder vielleicht auch irgendwo ausleihen; im WIKI steht, wie das geht (http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:links:repanleitungen).
Einiges der nötigen Informationen findet sich auch in unserem WIKI, wenn man nach Zahnriemenwechsel schaut (http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:motor-ueberholung_nach_zahnriemenriss, http://www.lt-forum.de/dokuwiki/lib/exe/fetch.php?media=reparaturtips:zrw.pdf, http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:zahnriemen_aussermittiger_lauf_beim_acl).
Man sollte über die Spezialwerkzeuge verfügen, insbesondere über die Gegenhalter für Kurbelwelle und Nockenwelle sowie über ein Mess-Set (Lineal, Messuhr mit Tastern und Adapter) zur Einstellung der Steuerzeiten und des Förderbeginns. Man sollte stabiles Werkzeug (3/4"-Knarre mit Verlängerung und 27-er Nuss) verwenden, um die Zentralschraube zu montieren (in LKW-Werkstätten vorhanden).
Ansonsten ist der Motor ziemlich gewöhnlich, es sind die üblichen Dinge zu beachten wie bei einem Zylinderkopfdichtungstausch (http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:zylinderkopfdichtungs_defekt, http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:zylinderkopfdichtung_zylinderkopfschrauben, http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:wichtige_daten:vacuumpumpe).
Hier ist vielleicht zu erwähnen, dass ab 1994 eine andere Kombination Vakupumpe/Zwischenstößel nötig ist. Da kommt es nun darauf an, ob der neue Zylinderkopf die Maße für die alten Teile oder schon für die neuen hat. Meist sind die Maße für die neuen, wenn der Kopf als "ACL-Kopf" verkauft wird.
Wenn du Pech hast, insbesondere bei Waser im Kraftstoffsystem nach Wartungsstau, dann arbeitet nach dieser "Zwangspause" deine Einspritzpumpe nicht mehr richtig wegen Standschaden. Diese muss dann mittels Dieselverbesserer wieder gängig gemacht werden und, falls das nicht funkioniert, überholt werden (http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:einspritzpumpe_verklebte_fluegelpumpe_gaengig_machen, http://www.lt-forum.de/dokuwiki/doku.php?id=start:reparaturtips:einspritzpumpe_foerderbeginn_einstellen).

Gruß,
Tiemo
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