LT 28 CP-Motor wird zu heiß

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LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Dienstag 8. August 2017, 19:21

Hallo zusammen,

ich hab seit einiger Zeit immer wieder Probleme mit der Temperatur bei meinem LT Sven Hedin mit CP Saugdiesel Motor.
Die Temperatur war auf der Anzeige immer knapp über der Hälfte, wenns Bergauf ging waren es manchmal auch 3/4 der Anzeige.
Ich habe seit ich den LT habe das Termostat gewechselt (gegen eins dass bei ca. 80°C öffnet) und die Wasserpumpe getauscht, der Lüfter sieht auch vollständig und in Ordnung aus.
Nachdem die Temperatur immer noch über die Hälfte der Anzeige(und sogar noch weiter als vor dem Termostattausch...) ging habe ich auch noch den Temperaturfühler tauschen lassen, und seitdem geht die Anzeige immer in den Roten Bereich.
Wenn ich ein Multimeter an den Sensor und Masse am Motor direkt anklemme habe ich bei normalem Fahren ~110Ohm, wenn ich die Karre trete bis zu ~85Ohm. Wenn ich den LT-Wiki Eintrag richtig verstanden habe entspricht 140Ohm ca. 80°C, und 82,5Ohm ca 100°C. Wie heiß darf/soll der LT mit CP-Motor normal eigendlich sein?
Wenn ich mit einem Laser-Temperatur-Messgerät auf den Zylinderkopf Messe komme ich auf maximal ~ 95°C, wenn ich den LT bis zum maximum den Berg hochjage.
Ich bin mir grad nicht schlüssig wie ich das ganze deuten bzw. wo ich weitermachen soll. Wie warm werden eure LTs so?
Werde morgen das Termostat mal ganz rausbauen, dass er immer im großen Kühlkreislauf kühlt und schauen wie warm er dann wird.
Das ganze kommt mir irgendwie komisch vor, dass die Anzeige nach dem Termostattausch eine noch höhere Temperatur anzeigt, und jetzt mit dem neuen Temperaturfühler nur noch im Roten Bereich ist....

Grüße,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Dienstag 8. August 2017, 21:53

Anbei noch ein Foto der Temperaturanzeige und ein Foto der Spannung am Sensor. Sollte mit 10.9V eigendlich noch passen, laut Wiki sollen es 9,5-10,5V sein.
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon tiemo » Dienstag 8. August 2017, 22:55

Hallo Meiestro!

Das ist außerhalb der Toleranz. Vermutlich hattest du den Motor auch nicht laufen während der Messung, dass da sowieso nur 12.6V Akkuspannung anstanden. Also nur 12.6V - 10.9V = 1.7V, eine geringere Verlustspannung ist mit den alten Linearreglern in Bipolartechnik eh kaum zu erreichen. Es ist möglich, dass die Spannung weiter ansteigt, wenn die LIMA 14V liefert, weil der Konstanter einfach nicht mehr funktioniert.
Es sind 9.5 ... 10.5V als Grenze angegeben, in der Realität bewegt sich die Spannung aber ziemlich eng um tatsächlich 10V.

Gruß,
Tiemo
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Mittwoch 9. August 2017, 08:42

Hallo Tiemo,
vielen Dank für die schnelle Antwort!
Bei im Stand laufenden Motor geht die Spannung noch auf 10,95 Volt, ich weiß nicht ob die Spannung im Fahrenden Betrieb noch weiter ansteigt.
Hab jetzt direkt mal den in der Wiki verlinkten TCA700Y bestellt und werde den Konstanter tauschen.
Bleibt allerdings noch die Frage, ob der Motor an sich zu heiß wird oder nicht? Ich werde heute nochmal mit dem Multimeteram Temperatursensor testen und den Widerstand messen.
Bin mir da unschlüssig, um erlich zu sein schwimmt auch seit dem Tausch des Temperatursensors ein "schwarzer Film" auf dem Kühlwasser im Ausgleichsbehälter. Denke allerdings das sind eher Ablagerungen als Öl, hoffe das die Zylinderkopfdichtung nicht hinüber ist.

Grüße,
Christian
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon Mariner » Mittwoch 9. August 2017, 20:35

Klingt aber sehr nach defekt an der ZKD oder aber einem Haarriss im Kopf bzw. In einem schraubengewinde des Rumpfes...Ablagerungen schwimmen nicht ;)
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Mittwoch 9. August 2017, 21:07

Ich bin heute ein Stück weiter gekommen:

Wenn der Motor läuft steigt die Spannung Temperatursensorklemme - Erdung tatsächlich auf 11,9Volt an und mit diesem Anstieg steigt die Temperatur- und Tankanzeige.
Schalte ich den Motor aus, so fällt die Spannung auf 10,9Volt und die Temperatur- und Tankanzeige gehen beide wieder zurück. Ich hab schon einen neuen Spannungskonstanzer bestellt, der hoffentlich morgen kommt und werde euch nach dem Einbau berichten. Gehe hier aber davon aus dass die Anzeigen dann wieder richtig funktionieren und deutlich weniger anzeigen.
Nichtsdestotrotz habe ich "Schmiere" im Kühlwasser schwimmen und das nicht zu knapp. Hab heute das komplette Kühlsystem mit (reinem) Wasser durchgespühlt und in jedem Schlauch war die schwarze Pampe. Soweit ich das beurteilen kann ist es (Motor-?)Öl und die Kühlflüsigkeit war mehr schwarz als grünlich. Ein Kollege von mir hat sich das ganze angeschaut und hat gemeint es sieht eigendlich nicht wie die Zylinderkopfdichtung aus, Kühlbehälter steht nicht zu sehr unter Druck, aber ich kenn mich da einfach zu wenig aus um das zu beurteilen.

Leider habe ich mit reinem Wasser nicht alles rausgebracht, hat hier wer einen Tipp für mich mit was ich das ganze Kühlsystem spühlen kann?
Kann mir auserdem noch wer sagen welche Temperaturen(oder Ohm-Werte am Sensor) für den LT normal sind(im Stand, normaler Betrieb und Volllas)?

Ich wollte eigendlich in einer Woche mit dem LT in den Urlaub nach Kroatien fahren, langsam verabschiede ich mich aber von dem Gedanken weil mir das mit dem Öl in der Kühlflüssigkeit zu heiss ist.

Danke für alle Tipps und Antworten,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon masmat21 » Mittwoch 9. August 2017, 22:11

Moin woher kenn ich nur den Schwarzen finger? :grin:
Sah bei mir genauso aus, aber auch nach dem revidieren vom Motor, da letztendlich mein Rumof gerissen ist und er fleißig Öl ins Kühlwasser gedrückt hat. Dieses kann übrigens auch mit deinen Problem Temperatur zutun haben! Ich will dir keine Angst machen aber du solltest dringend danach gehen! Wenn du keinen zusätzlichen Ölkühler der mit in dem Wasserkreislauf eingebunden ist hast, kommt es von innen Kopfdichtung, Risse usw.
Wenn du dein Kühlwasser abgelassen hast denke dran dann wieder richtig zu entlüften!
Sonst steigt die Temperatur auch bis ins rote..
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Mittwoch 9. August 2017, 22:48

Das habe ich befürchtet, dass das Öl daher kommt. Hilft nix, dan muss der Zylinderkopf mal runter, das werde ich aber machen lassen müssen weil da reichen meine Fähigkeiten nicht aus.
Zum Thema Kühlkreislauf entlüften, muss ja nur das Heizventil auf Warm gestellt werden und dann Kühlflüssigkeit nachfüllen?

Danke für die Hilfe,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon tiemo » Mittwoch 9. August 2017, 23:30

Hallo Meiestro!

meiestro hat geschrieben:Das habe ich befürchtet, dass das Öl daher kommt. Hilft nix, dan muss der Zylinderkopf mal runter, das werde ich aber machen lassen müssen weil da reichen meine Fähigkeiten nicht aus.


Ja, nach den Bildern denke ich auch, dass die Zylinderkopfdichtung aufgegeben hat. Risse im Block treten eigentlich vor allem nach fehlerhafter Montage auf (zu lange Kopfschrauben, Ölreste in den Bohrungen, dann wird der Block mechanisch oder hydraulisch gesprengt).
Der Kühlkreislauf sollte auch mit einem Reinigungsmittel gespült werden, denn die Schläuche vertragen eigentlich kein Motoröl und sie sind ganz schwer erhältlich.

meiestro hat geschrieben:Zum Thema Kühlkreislauf entlüften, muss ja nur das Heizventil auf Warm gestellt werden und dann Kühlflüssigkeit nachfüllen?


Dein CP hat am Vorratsgefäß extra ein Entlüftungsventil an dem oberen Schlauchabgang. Das wird nach dem Befüllen beim ersten Motorlauf mit Heizung auf "heiß" geöffnet, bis Wasser kommt. Danach wird nur noch aufgefüllt, bis der Pegel zwischen min und max konstant bleibt.

Gruß,
Tiemo
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Sonntag 13. August 2017, 13:43

Vielen Dank für die ganzen Ratschläge, ich werd hier mal ein Update posten sobald ich den Zylinderkopf runten habe.
Wird allerdings die nächsten paar Eochen Arbeitsbedingt leider nix werden.
Grüße,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Freitag 22. September 2017, 15:05

Hallo zusammen,

ich melde mich nun auch mal wieder bezüglich meines Problems mit dem Öl in der Kühlflüssigkeit, bis jetzt hat sich noch nicht viel getan.
Seit dem Wechsel des Spannungskonstanters geht die Temperaturanzeige nur noch knapp über die Hälfte, was aber auch mit an den niedrigeren Außentemperaturen hängt. Das Öl im Kühlwasser ist immer noch vorhanden, wenn auch nach dem Spühlen nur noch als minimaler Film im Ausgleichbehälter.
Bin aktuell noch etwas ratlos, ob ich mir zutraue die Zylinderkopfdichtung selbst zu wechseln oder nicht. Ich bin da nicht ganz unbeholfen, hab durch meinen VW T3-Zweitbus (Turbodiesel) schon ein bisschen Erfahrung und hab mir auch die Reperaturleitfäden für den LT schon zu Gemüte geführt. Außerdem hätte ich schon eine Firma, die mir den Zylinderkopf abdrücken würde sobald er unten ist.
Bei mir in der Garage könnte er auch längere Zeit stehen und ich muss, im Falle dass mehr kaputt ist, nicht innerhalb von kurzer Zeit eine Entscheidung treffen.
Das große ABER ist allerdings, ich weiss nicht auf welche Probleme ich stoßen werde und dann wäre jemand, der mir mal über die Schulter schauen könnte auf jeden Fall sinnvoll.

Jetzt einfach mal die Frage in die Runde:
- Kommt irgendwer von euch aus der Gegend um Nürnberg, der mich dabei unterstützen, oder komplett machen könnte? (Selbstverständlich nicht für lau...)
- Gibt es jemanden im Umkreis, der mal einen Blick auf meinen LT werfen könnte?

Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
Chris
Zuletzt geändert von meiestro am Sonntag 8. Oktober 2017, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Donnerstag 28. September 2017, 18:15

Hallo zusammen,

ich hab mich Mithilfe der Repearturleitfäden nun doch an das ganze rangewagt und heute den Zylinderkopf herunter genommen.
Ich habe ein paar Sachen, wo ich gerne euren Rat einholen möchte:

- Bei der Zylinderkopfdichtung war der Ring um den Kühlwasserkanal porös und lag quasi lose da. Kann das die Ursache für das Öl in der Kühlflüssigkeit sein?
https://picload.org/view/dgoigwll/20170 ... 6.jpg.html

-Mir ist aufgefallen, dass die Bohrung im Zylinderkopf garnicht zur Dichtung passt, wurde hier mal was geändert?
https://picload.org/view/dgoigwow/20170 ... 2.jpg.html

- Ich habe Haarrisse um eine Bohrung im Rumpfmotor entdeckt (Bohrung für die Zylinderkopfschraub). Insgesamt gibt es diese Mini-Risse bei zwei Bohrungen. @ Mariner: Sind das die Haarrisse, von denen du gesprochen hast?
https://picload.org/view/dgoirroa/20170 ... 9.jpg.html

- Die Kolben weisen "Abnutzungen" auf, ich hab hier im Forum irgendwo mal gelesen dass es wohl Abriebe- oder Abschmelzung bei zu hoher Hitze sein kann:
https://picload.org/view/dgoigpwi/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpww/20170 ... 6.jpg.html


Am Zylinderkopf selbst konnte ich keine Risse oder ähnliches erkennen, würde ihn aber zum Abdrücken geben. Hier noch ein paar weitere Fotos:
https://picload.org/view/dgoigppw/20170 ... 1.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppi/20170 ... 0.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpir/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpia/20170 ... 6.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpii/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppr/20170 ... 2.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppa/20170 ... 6.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwa/20170 ... 2.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwl/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwi/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpww/20170 ... 6.jpg.html

- Zu guter letzt ist mir noch folgendes aufgefallen: Als ich den LT vor dem Ausbau ein letztes mal in der Garage umparken wollte, hat er beim Anlassen einen richtig feuchten, schwarzen Fleck an die ca 50cm entfernte Wand gespritzt. Das waren richtig schwarze Tropfen, vermutlich Öl.


Wäre cool, wenn mir wer von euch eine Einschätzung geben könnte, ich bin für jeden Tipp dankbar!

Viele Grüße,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon tiemo » Donnerstag 28. September 2017, 23:58

Hallo Chris!

meiestro hat geschrieben:- Bei der Zylinderkopfdichtung war der Ring um den Kühlwasserkanal porös und lag quasi lose da. Kann das die Ursache für das Öl in der Kühlflüssigkeit sein?
https://picload.org/view/dgoigwll/20170 ... 6.jpg.html


Diese eingesetzten Dichtteile verkleben leicht mit Kopf oder Kurbelgehäuse und werden dann beim Abheben des Kopfes aus der restlichen Zylinderkopfdichtung (ZKD) gerissen. Dem würde ich nicht zu viel beimessen. Dort ist auch weit und breit kein Öl in der Nähe, daher würde ich sagen: Nein, ist nicht die Ursache für das Öl im Kühlwasser.

meiestro hat geschrieben:-Mir ist aufgefallen, dass die Bohrung im Zylinderkopf garnicht zur Dichtung passt, wurde hier mal was geändert?
https://picload.org/view/dgoigwow/20170 ... 2.jpg.html


Das sieht ja interessant aus! Hier wurde eigentlich nichts geändert, vielmehr scheint hier ein Fehler im Aluguss oder (weniger wahrscheinlich) massiver Lochfraß vorzuliegen. Das begünstigt natürlich das Lösen des Dichtungsrings aus der Frage obendrüber. Allerdings scheint der Rest der ZKD dicht gehalten zu haben, sonst wäre Wasser nach außen getreten.

meiestro hat geschrieben:- Ich habe Haarrisse um eine Bohrung im Rumpfmotor entdeckt (Bohrung für die Zylinderkopfschraub). Insgesamt gibt es diese Mini-Risse bei zwei Bohrungen. @ Mariner: Sind das die Haarrisse, von denen du gesprochen hast?
https://picload.org/view/dgoirroa/20170 ... 9.jpg.html


Diese Risse sind sehr unschön. Sie entstehen, wenn unpassende ZKD-Schrauben verwendet werden, bei den passenden Schrauben die Unterlegscheiben vergessen werden (falls dein CP noch die M11-Schrauben hat) oder aber, wenn die Gewindebohrungen vor dem Einsetzen der Schrauben nicht sauber von Ölschlonze waren: Beim Anziehen der Schrauben wird der Motorblock mechanisch oder hydraulisch an diesen Stellen gesprengt. Schau dir in diesem Zusammenhang noch einmal ganz genau die Umgebung der mittleren ZKD-Schraube auf der Fahrerseite an. Dort kommt aus dem Motorblock eine Ölbohrung direkt neben der Schraube. In der ZKD ist ein ovaler Ausschnitt, das aus dem Kanal tretende Öl fließt dann im Kopf an der Schraubenbohrung weiter nach oben. Neben der Schraube sind Kühlwasserdurchbrüche angeordnet, und wenn von diesem Gewinde Risse in deren Richtung gehen, dann kann Öl ins Kühlwasser gelangen. Den Fall hatten wir hier vor kurzem (mit Fotos), die Lösung war dann das Ausfräsen der Stelle und das Einsetzen einer Buchse um die Schraube. Ich meine, auf den Fotos weiter unten (mit den beiden Kolben) da auch einen Riss zu erkennen.

meiestro hat geschrieben:- Die Kolben weisen "Abnutzungen" auf, ich hab hier im Forum irgendwo mal gelesen dass es wohl Abriebe- oder Abschmelzung bei zu hoher Hitze sein kann:
https://picload.org/view/dgoigpwi/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpww/20170 ... 6.jpg.html


Genau, das sind Erosionsstellen, die meist aufgrund schlechter Einspritzdüsen entstehen (Düsen tropfen nach / haben schlechtes Strahlbild etc.). Dann trifft unzerstäubter Dieselkraftstoff auf die Kolben und verbrennt diese. Ich meine, an dem Wirbelkammereinsatz von Zylinder 2 auch einen Riss zu sehen, der die gleiche Ursache hat. Das muss nicht bei dir passiert sein, das kann auch schon ein ganz alter Schaden sein, die Düsen würde ich dennoch mal durchprüfen oder aufarbeiten (lassen). Angerissene Wirbelkammereinsätze würde ich auf jeden Fall ersetzen, da sie beim Zerbrechen Folgeschäden an Kolben und Zylindern hinterlassen. Deine Kolben kann man aber noch verwenden. Apropos: Schön, mal Bilder von gebrauchten Kolben ohne Einschlagstellen von den Ventilen aufgrund von Zahnriemenproblemen zu sehen, seltener Anblick...

meiestro hat geschrieben:Am Zylinderkopf selbst konnte ich keine Risse oder ähnliches erkennen, würde ihn aber zum Abdrücken geben. Hier noch ein paar weitere Fotos:
https://picload.org/view/dgoigppw/20170 ... 1.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppi/20170 ... 0.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpir/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpia/20170 ... 6.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpii/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppr/20170 ... 2.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigppa/20170 ... 6.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwa/20170 ... 2.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwl/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpwi/20170 ... 9.jpg.html
https://picload.org/view/dgoigpww/20170 ... 6.jpg.html

meiestro hat geschrieben:- Zu guter letzt ist mir noch folgendes aufgefallen: Als ich den LT vor dem Ausbau ein letztes mal in der Garage umparken wollte, hat er beim Anlassen einen richtig feuchten, schwarzen Fleck an die ca 50cm entfernte Wand gespritzt. Das waren richtig schwarze Tropfen, vermutlich Öl.


Das kann auch (Kondens-) Wasser mit Grobstaub sein...

Gruß,
Tiemo
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Freitag 29. September 2017, 20:45

Hi Tiemo,

erst mal vielen Dank, dass du dir die Mühe machst so detailiert zu Antworten und mir mit Rat zur Seite stehst!

meiestro hat geschrieben:-Mir ist aufgefallen, dass die Bohrung im Zylinderkopf garnicht zur Dichtung passt, wurde hier mal was geändert?
https://picload.org/view/dgoigwow/20170 ... 2.jpg.html


Das sieht ja interessant aus! Hier wurde eigentlich nichts geändert, vielmehr scheint hier ein Fehler im Aluguss oder (weniger wahrscheinlich) massiver Lochfraß vorzuliegen. Das begünstigt natürlich das Lösen des Dichtungsrings aus der Frage obendrüber. Allerdings scheint der Rest der ZKD dicht gehalten zu haben, sonst wäre Wasser nach außen getreten.


Deine Erklärung klingt plausibel, das ganze sieht so auf jeden Fall nicht original aus. Ich habe eben ein paar Fotos von Zylinderköpfen im Internet angeschaut habe, und einen Zylinderkopf bei Ebay Kleinanzeigen gefunden, der die selben, unförmigen Ausbuchtung am selben Kanal hat. Vielleicht ist diese Stelle anfällig für Fehler im Guss oder Lochfraß.

Diese Risse sind sehr unschön. Sie entstehen, wenn unpassende ZKD-Schrauben verwendet werden, bei den passenden Schrauben die Unterlegscheiben vergessen werden (falls dein CP noch die M11-Schrauben hat) oder aber, wenn die Gewindebohrungen vor dem Einsetzen der Schrauben nicht sauber von Ölschlonze waren: Beim Anziehen der Schrauben wird der Motorblock mechanisch oder hydraulisch an diesen Stellen gesprengt. Schau dir in diesem Zusammenhang noch einmal ganz genau die Umgebung der mittleren ZKD-Schraube auf der Fahrerseite an. Dort kommt aus dem Motorblock eine Ölbohrung direkt neben der Schraube. In der ZKD ist ein ovaler Ausschnitt, das aus dem Kanal tretende Öl fließt dann im Kopf an der Schraubenbohrung weiter nach oben. Neben der Schraube sind Kühlwasserdurchbrüche angeordnet, und wenn von diesem Gewinde Risse in deren Richtung gehen, dann kann Öl ins Kühlwasser gelangen. Den Fall hatten wir hier vor kurzem (mit Fotos), die Lösung war dann das Ausfräsen der Stelle und das Einsetzen einer Buchse um die Schraube. Ich meine, auf den Fotos weiter unten (mit den beiden Kolben) da auch einen Riss zu erkennen.


Mein CP-Motor hat noch die M11 Schrauben und die Unterlegscheiben waren überall mit verbaut.
Nachdem ich heute alles sauber gemacht habe, bin ich nun noch auf einen weiteren Riss an der von dir geschilderten Stelle beim ovalen Ausschnitt der ZKD gestoßen. Insgesamt habe ich nun an drei Schraubbohrungen Risse. Laut deiner Aussage ist der Riss neben der Bohrung bei dem Ölkanal am bedenklichsten, weil davon das Öl im Wasser kommen kann? Das bereitet mir gerade ein bisschen Kummer, weil ich für das Auffräsen und Einsetzen einer Buchse nicht das notwendige Werkzeug habe und das auch meine Fähigkeiten übersteigt. Ich weiss da gerade nicht wie ich weitermachen soll, wollte eigendlich den Zylinderkopf abdrücken lassen um sicher zu gehen dass er in Ordnung ist. Wenn ich das richtig verstanden habe, liegt aber das Problem so wie es aussieht am Rumpfmotor? Wäre klasse wenn du nochmal einen Blick auf die Fotos werfen könntest, dass ich da nichts falsch interpretiere...

An allen rot markierten Stellen befinden sich Haarrisse:
Bild

Hier nochmal die von dir beschrieben Stelle in Nahaufnahme. Es ist sehr schwer den Riss zu fotografieren, weil er sehr klein ist:
Bild

Viele Grüße,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon masmat21 » Freitag 29. September 2017, 21:47

Hi ich bin der, der die selbem Probleme hatte wie du! Ich hatte nur einen Riss von der Druckleitung am Gewinde hoch zum Kopf! Und hatte es aufgebohrt flach gesenkt und ne Buchse eingeklebt.. Aber bei dir sind es mehrere Risse ! Ganz ehrlich ich glaube du solltest dich nach nem anderen Rumpf umschauen... Selbst ich weiß nicht wie lange meine Reparatur hält....
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon masmat21 » Freitag 29. September 2017, 21:54

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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Samstag 30. September 2017, 14:18

Danke für die Rückmeldung, das hört sich garnicht so gut an. Heißt quasi, wenn es ordendlich gemacht werden soll brauch ich einen neuen Rumpfmotor?!
Dann gleich mal die Frage in die RUnde, hat irgendwer noch einen CP Rumpfmotor oder den kompletten Motor rumliegen, den er veräußern würde? Auf was muss ich bei einem Rumpfmotor denn alles achten, wenn ich einen kaufe?
Den Zylinderkopf gebe ich kommende Woche zum abdrücken, dann weiß ich ob ich den noch wiederverwenden kann oder nicht.

Ich will die Karre definitv wieder ordendlich (und langfristig) zum laufen bekommen, die Karosse ist echt gut und ansonsten ist er auch unverbastelt und sauber. Er hat halt vom Vorbesitzer und auch mir viel Liebe bekommen und man sieht im seine 37 Jahre (fast) nicht an :grin:

Euch allen ein schönes Wochenende,
Chris
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Re: LT 28 CP-Motor wird zu heiß

Beitragvon meiestro » Sonntag 8. Oktober 2017, 11:23

Ein kurzes Update zum aktuellen Stand:
- Motor ist nun draussen ich werde den Zylinderkopf auf nicht mehr verwenden da er massiven Alufras hat
- Die Suche nach einem neuem Motor ist grade noch am Laufen

Aktuell bin ich realistisch am überlegen, einen Turbodiesel stehend einzubauen. Muss mich mal noch intensiver damit befassen, falls wer von euch so einen Umbau hat könnt Ihr euch gerne bei mir melden.
Ich hatte auf der Erstatzteile-Suche Kontakt mit einem Herren, der auf einen stehenden Turbo umgebaut hatte und bekam die Aussage dass er mit ein paar Komponenten des alten CP gerade so reinpasst.
Vielleicht wirds auch wieder ein alter CP, mal schauen. Falls irgendwer von euch einen Motor zu veräußern hat gebt mir bitte auch bescheid!

Viele Grüße,
Chris

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Re: "Stehender" Turbo

Beitragvon Peter Keller » Sonntag 8. Oktober 2017, 17:45

Hallo Chris,

ich klinke mich hier mal ein, dann neben einigen anderen hier treibt auch mich gerade der Umbau eines CPs auf Turbodiesel mehr oder weniger konkret um.

Zuerst angedacht hatte ich das mit dem damals möglichen Umbau der Firma Turbomotors, dazu gibt es hier auch einen Thread:
http://www.lt-freunde.de/forum/viewtopic.php?f=99&t=17598

Nach einigen Diskussionen hier und im Nachbarforum werde ich jetzt einen ACL auf "senkrechte Montage" umbauen (mit CP-Ölwanne, Ölsaugstutzen, Peilstab und ein paar Kleinigkeiten), spannend wird dann auf jeden Fall, die ganze Peripherie wie Luftzuführung, Ladeluftkühler usw. unter zu bringen.
Leider bin ich damit aber noch nicht so weit, dass ich hier schon von Erfahrungen berichten könnte.

Gruß,
Peter
Ein Saugdiesel hat da, wo die meisten Turbos den Drehzahlmesser haben, eine Zeituhr.
Warum bloß?!
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Peter Keller
 
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